21. Juni 2010

Konzeptloses Agieren in BerlinHannovers neue Perle

Am Ende eines für Hannover wirklich bewegten ersten Halbjahres 2010 steht jetzt auch noch ein "Hannover-Oscar". So weit ging jedenfalls der Jury-Vorsitzender Thomas Höpker, als er am vergangengen Samstag den Freelens Award beim 2. LUMIX Festival für Foto-Journalismus auf der EXPO Plaza verliehen hat. Wenn Sie bis hierhin nur Bahnhof verstehen, lesen Sie ruhig weiter, es lohnt sich.

Zu den vielen spannenden Studiengängen, die in Hannover angeboten werden, gehört die Ausbildung von Fotografen an der Fachhochschule Hannover im Design-Center, einem spannenden Gebäude auf der EXPO Plaza. Aus diesem Studiengang sind schon viele exzellente Fotojournalisten hervor gegangen, durch eine Initiative von Professor Rolf Nobel ist Hannover aber mittlerweile so etwas wie ein Zentrum für junge Fotojournalisten weltweit. Vor zwei Jahren fand hier zum ersten Mal ein Festival mit Beiträgen aus aller Welt statt, das diesjährige Festival ist der endgültige Durchbruch gewesen. Über eintausend Fotografinnen und Fotografen aus 60 Ländern hatten sich mit Beiträgen beworben, in der Endausscheidung hatte eine hochkarätige Jury die Qual der Wahl unter 60 Reportagen. Zu besichtigen waren diese Bilderstrecken in mehreren Gebäuden auf dem EXPO-Gelände und abgerundet wurde das Programm durch ein Vortragsprogramm, bei dem alles versammelt war, was in der Foto-Welt Rang und Namen hat.

Die Foto-Reportagen waren tief beeindruckend.

  • Das Leben der verfolgten Albinos in Kenia,
  • die Begleitung eines an einem Hirntumor erkrankten fünfjährigen Mädchens und seiner Familie,
  • die Präsentation des letzten Bauers aus Hannover (er lebt auf seinem Hof in Limmer),
  • Umweltzerstörung durch übermäßige Krabbenzucht in Bangladesh und, und, und.

Die Verbindung von hoher Kunst des Foto-Journalismus und buchstäblich weltweiten Themen hat auch einen Laien wie mich mit gerissen. Die Experten haben mit der Zunge geschnalzt und gemeint, nach diesem fulminantem Festival-Verlauf werde es beim nächsten Mal noch einmal einen zusätzlichen Bewerber-Ansturm geben. Jedenfalls sei das LUMIX-Festival mit Abstand das wichtigste seiner Art.

Schön, dass Hannover auf diese Weise eine weitere Perle in der Kette eines vielfältigen und hochwertigen Kulturangebots aufziehen kann. Beim nächsten Mal - in zwei Jahren - sollten Sie sich ein eigenes Bild machen.

Ach, und noch etwas: Unverhofft habe ich den Sprung auf eine Speisekarte geschafft. In der Nordstadt, genauer in der Haltenhoffstr. 42, hat jetzt das Restaurant Porto Salvo eröffnet und dort gibts die Pizza Del Sindaco (á la Weil) mit Tomaten, Mazzarella, San Daniele-Schinken, Rucola und Steinpilzen. Beim Wirt Pasquale bin ich seit Jahren Stammkunde und war wohl Versuchskaninchen. Sehr lecker!

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