Start3. April 2006

3. April 2006

Zur Diskussion über Hauptschulen

Die Zustände an deutschen Hauptschulen - das war in der letzten Woche ein großes Thema, nachdem eine Berliner Hauptschule SOS gefunkt hatte. Ich habe in der letzten Woche auch eine interessante Erfahrung mit diesem Thema gemacht, allerdings mit einem ganz anderen Akzent.

Am Montag war ich den ganzen Tag in Linden-Limmer unterwegs und habe auch die Haupt- und Realschule Am Fössefelde besucht. Das Lehrerkollegium dort hat bestimmt keine einfache Arbeit, aber ein gutes Konzept. Man betrachtet sich als offene Ganztagsschule, nach dem Pflichtunterricht am Vormittag und der Mittagspause gibt es viele freiwillige Freizeitangebote in Zusammenarbeit mit anderen Stadtteileinrichtungen und Vereinen.

Trotz dieser guten Arbeit ist die Schule in ihrer Existenz bedroht. Der Grund: Es gibt kaum noch Anmeldungen, viele Eltern schicken ihre Kinder an die IGS oder an ein Gymnasium. Kann man es ihnen verdenken, wenn der Hauptschul-Besuch in vielen Fällen gleichgesetzt wird mit anschließender Perspektivlosigkeit? Das Kollegium würde sich deswegen gerne zu einer Gesamtschule fortentwickeln, aber da ist die Schulpolitik der Landesregierung vor. Obwohl es eine überdeutliche Entscheidung der Eltern gegen die Hauptschule gibt, wehrt sich der Kultusminister aus ideologischen Gründen mit Händen und Füßen gegen neue Gesamtschulen.

Anstatt über Polizeieinsätze an Schulen zu diskutieren, lohnt es sich viel mehr, an unserem Schulsystem zu arbeiten, meine ich.

PISA lässt grüßen!


 

 
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