Start16. Oktober 2006

16. Oktober 2006

Fastenbrechen in Kappadokien

Die erfreulichste Veranstaltung der vergangenen Woche war für mich das Fastenbrechen in Kappadokien. Was es damit auf sich hat? Das Fastenbrechen gehört zum muslimischen Fastenmonat Ramadan, in dem bekanntlich zwischen Sonnenaufgang und -untergang die Gläubigen keine Nahrung zu sich nehmen sollen. Man kann sich vorstellen, dass danach Essen und Trinken gemeinsam mit Freunden viel Freude macht. "Kappadokien" ist ein türkisch-deutscher Verein, der sich nach einer zentraltürkischen Landschaft benannt hat, und für die Verständigung zwischen Türken und Deutschen arbeitet.

Das Fastenbrechen fand statt im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde in Hainholz, der zu diesem Zweck allerdings ziemlich eng war, denn mehr als 150 Menschen waren der Einladung gefolgt. Und das Schönste - es war eine bunt gemischte Gesellschaft, die dort zusammen gegessen und getrunken hat. Ich würde schätzen, die eine Hälfte waren deutsche Christen, die andere türkische Muslime, und alle waren erkennbar guter Dinge. Ein wirklich schöner Abend.

Leider gibt es noch viel zu wenige Beispiele dieser Art, aber sie machen Mut und weisen in die richtige Richtung. Gerade auch in Zeiten, in denen der CSU-Vorsitzende Stoiber meint, es gebe zu viele Moscheen. Was wir brauchen, ist nicht eine beiderseitige Abgrenzung, sondern beiderseitige Annäherung. Gemeinsames Essen und Trinken ist dafür nicht die schlechteste Methode.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!


 

 
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