13. November 2006
Weiterführung der Kolumne
Vorab - diese Kolumne wollte ich so lange weiter führen, wie ein Interesse spürbar ist, hatte ich gesagt. Und dass ist erfreulicherweise immer noch da. Auch nach den Kommunalwahlen haben wir im Durchschnitt 100 Besuche täglich auf dieser Homepage zu verzeichnen. Das freut mich, und so schreibe ich eben weiter zum Wochenenanfang von meinen Erlebnissen.
Also, das OB-Leben ist bunt und manchmal widersprüchlich. Wie zum Beispiel am vergangenen Samstag. Da habe ich zunächst einen neuen Rekord aufgestellt. Nachdem wir in Hannover vor kurzem den dienstältesten Oberbürgermeister verabschiedet haben, ist es mir gelungen, der dienstkürzeste in der Stadtgeschichte werden. Nach nur 11-tägiger Amtszeit habe ich nämlich am 11. 11. die Macht im hannoverschen Rathaus an die Narren abgegeben. Wie zu erwarten, hat das sowieso niemand gemerkt ...
Am Abend ging es dann allerdings wesentlich ernster zu. In der vollbesetzten Marktkirche wurde der Reichsprogromnacht gedacht, in der am 9. November 1938 auch die alte hannoversche Synagoge zerstört worden ist. Es war eine bewegende Gedenkveranstaltung, vor allem das Totengebet ist wohl allen Anwesenden tief unter die Haut gegangen. Wenn man bedenkt, dass einer aktuellen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge auch heute noch eine großer Teil unserer Bevölkerung gefestigte rechtsextreme Auffasssungen hat, dann wünscht man sich, dass noch viel mehr Menschen die Erinnerung an den Holocaust wach halten. Der Meinung "einmal muss doch Schluss sein" können wir nicht deutlich genug entgegen treten, meine ich.
