4.0

 

Ist das nur eine schicke Überschrift oder ist da auch was drin? Diese Frage stellt sich mir immer häufiger, aber bei "4.0" gibt es darauf eine klare Antwort. Es handelt sich nämlich um das Kürzel für die nächste Entwicklungsstufe der Wirtschaft, die auch für die ganze Gesellschaft grundlegende Änderungen mit sich bringen dürfte.

4.0 beschreibt den immer deutlicheren Trend, dass nach und nach alle wirtschaftlichen Vorgänge digital gesteuert werden. "Industrie 4.0" wurde das erste Mal auf der Hannover-Messe 2011 in den Mittelpunkt gestellt. Seitdem sind immer mehr Industrie-Bereiche davon erfasst worden, wobei Niedersachsen durch die Automobilindustrie und die Landtechnik bei der Anwendung ganz vorne mit dabei ist.

Es geht aber nicht nur um die Industrie, eigentlich muss man von "Wirtschaft 4.0" sprechen. Ein kleines Beispiel gefällig? Bei meinem letzten Besuch in der Apotheke war ich ganz baff, dass die Apothekerin das Medikament nicht mehr in einer ewig langen Schublade gesucht hat, sondern kurz etwas eingetippt hat und zwei Sekunden später hatte ich die Schachtel in der Hand. Dahinter verbirgt sich backstage ein elektronisch gesteuertes Lager, das sie mir freundlicherweise einmal gezeigt hat. Beispiele dieser Art wird es in den nächsten Jahren in immer mehr Branchen geben.

Damit werden viele grundlegende Fragen aufgeworfen. Wie sieht die Zukunft der Unternehmen aus, deren Geschäftsmodelle sich möglicherweise durchaus grundlegend ändern? Was wird aus den Arbeitsplätzen? Wie schafft man Regeln für diese neue Welt? Und auch: Wie werden junge Leute darauf vorbereitet?

Niedersachsen gehört zu den Vorreitern, wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln und sich an Antworten heranzutasten. Ein Kompetenzzentrum für die Beratung von kleineren und mittleren Unternehmen entsteht derzeit am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover. Eine Lernfabrik soll auf dem hannoverschen Messegelände praktische Erfahrungen ermöglichen.

Auch in der Ausbildung gibt es gute Beispiele und eines davon habe ich in der letzten Woche an der BBS Brinkstraße in Osnabrück kennengelernt. Dort gibt es vor allem Auszubildende aus der Automobil- und der Landtechnikindustrie, die systematisch dafür ausgebildet werden, elektronisch gesteuerte Produktionsvorgänge zu realisieren. Die Schule hat sich schon viel früher als andere auf diesen Weg gemacht und ist deswegen jetzt auch so etwas wie ein Lernort für andere Schulen, die über kurz oder lang folgen werden. Kompliment!

Ich bin sicher, dieses Thema wird uns noch lange und intensiv beschäftigen.

 

 


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