Sekt und Selters

 

Drei Landtagswahlen an einem Tag, drei spannende Ergebnisse und jede Menge Spannung bei der Regierungsbildung - das ist die Kurzfassung des vergangenen Wahlsonntags. Aus Sicht der SPD gibt es viel Freude und viel Grund zum Nachdenken gleichermaßen – Sekt und Selters eben.

Besonders gespannt war ich auf die Wahl in Rheinland-Pfalz und habe mich dann riesig gefreut: Malu Dreyer hat es geschafft, die SPD ist stärkste Partei in Rheinland Pfalz und kann eine neue Landesregierung bilden. Danach sah es noch vor ein paar Wochen ganz und gar nicht aus, da lag die CDU meilenweit vorne. Malu Dreyer und ihr Landesverband haben einen tollen Wahlkampf hingelegt und diesen Rückstand in einen Vorsprung umgewandelt. Das ist wirklich eine ganz besondere Leistung und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dieser ebenso starken wie sympathischen Kollegin.

Freud und Leid können auch innerhalb derselben Landtagswahl zusammenkommen. Über den großen Erfolg von Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg habe ich mich sehr gefreut, wer hätte so etwas noch vor wenigen Jahren im Ländle für möglich gehalten? Genauso überragend wie das Stimmergebnis der Grünen, genauso enttäuschend ist dort aber das Ergebnis der SPD auf einem Stimmniveau, dass wir bis jetzt nur aus einigen Ländern im Osten kannten. Das gilt jetzt auch für Sachsen-Anhalt, wo deutliche Verluste vor allem auch mit einem sehr starken Ergebnis der AfD korrespondieren und die SPD nur noch die viertstärkste Partei ist. In beiden Ländern wird jetzt sicher intensiv nachgedacht werden, wie die SPD wieder stärker werden kann.

Während also die SPD Sekt und Selters gleichzeitig zu sich nehmen kann, schaut es bei anderen Parteien eindeutiger aus. Die CDU verliert und erreicht außer in Sachsen-Anhalt ihre Wahlziele nicht. Das werden sicher unruhige Zeiten werden, zumal der Streit um den Kurs der Bundeskanzlerin in der Flüchtlingspolitik ja sogar im Wahlkampf ausgetragen wurde. Davon profitiert vor allem auch die AfD, die überall starke Ergebnisse verzeichnet. Dieses Ergebnis ist nun wirklich ein Weckruf für alle demokratischen Parteien und auch die SPD wird klären müssen, wie sie dieser Partei künftig begegnet. Weder Totschweigen noch Beschimpfen kann dafür das richtige Rezept sein, sehr wohl aber die Kritik daran, dass diese Partei unsere Gesellschaft spaltet. Und vor allem natürlich eine überzeugende Politik des Staates, der zeigt, dass er seine Aufgaben erfüllt.
Jede Menge Diskussionsstoff hat uns dieser Sonntagabend also beschert, der wird uns noch eine Weile beschäftigen.

 

 


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