4. Juni 2007

Jugendkultur fördern

"Frühlings Erwachen!" von Frank Wedekind - das war in meiner Schulzeit eines von denjenigen Theaterstücken, bei denen mich regelmäßig tiefe Müdigkeit übermannte. Offenbar ganz zu Unrecht, jedenfalls in der Bearbeitung von Nuran David Calis, die derzeit im schaupielhannover zu sehen ist. Es geht um eine Gruppe von Jugendlichen in der Pubertät und die Übersetzung dieses genau 100 Jahre alten Stückes in die Gegenwart ist perfekt gelungen. Sehr empfehlenswert!

Mit von der Partie ist der hannoversche Freestyl-Rapper Spax, der zur Zeit auch noch an einem anderen spannenden Projekt arbeitet. Im nächsten Jahr soll in Hannover die erste Rap-Oper zu sehen sein. Die "Entführung aus dem Serail" von Mozart ist in unserem ehrwürdigen Opernhaus schon diverse Male gegeben worden - aber als Rap? Was diese Produktion besonders spannend macht, ist auch die vorgesehene Mitwirkung von vielen Jugendlichen, die zum Beispiel aus Hainholz oder Vahrenheide kommen und zum ersten Mal auf den Brettern stehen, die bekanntlich die Welt bedeuten.

Was Spax aus der Vorbereitung, aber auch aus Projekten an Schulen berichtet, ist hochinteressant. Dass Jugendliche, die nicht auf der Schokoladenseite unserer Gesellschaft stehen, Kreativität entfalten. Dass sie Geduld und Durchhaltevermögen entwickeln und die gewohnte Hackordnung in Gruppen durcheinander kommt. Ob Rap und Hiphop nun jedes Erwachsenen Geschmack sind oder nicht - die Förderung dieser Jugendkultur macht ganz viel Sinn.

Web-Tipp: Infos zu Spax

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